Topolina

Als ich noch ein Kind war, nannte mich meine Tante immer Topolina, wahrscheinlich weil sie selbst von ihren italienischen Männerbekanntschaften in ihrer Jugendzeit so genannt wurde.
Ich erinnere mich gerne an diese Zeit zurück, da man als Kind noch diese Unbeschwertheit und Freiheit verspüren konnte.
Was würde ich bloß tun um noch einmal so zu fühlen, einen Tag lang so frei zu sein, Dinge zu sagen und zu tun ohne mit großen Konsequenzen leben zu müssen...

15.3.13 23:04, kommentieren

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unbewusste Fesselung

Voller Träume und Sehnsüchte saß ich gestern mit meinen Freunden an einer kleinen Feuerschale und wir unterhielten uns, bei reichlich Alkohol, über das Erwachsenwerden. Damals hatte ich mich so sehr auf das erste Mal mit einer Freundin Kaffee trinken gehen, die ersten Partys, erstes Date, erstes Verliebt sein, erste Wohnung und auf solche gemeinsamen Abende gefreut. Damals hätte ich nie gedacht, dass wir uns, wenn es dann so weit ist, zurück sehnen in die Kindeszeit, in eine Zeit in der man sich noch nicht mit echten Problemen rum schlagen musste. Keine Geldprobleme, keinen Stress, Liebeskummer, Existenzängsten und Problemen mit dem eigenen Ich. So verbissen in diese Kindheitsvorstellung, in der alles so viel einfacher erscheint, merkte ich erst im nachhinein, dass man diese damals erträumten Vorstellungen dadurch gar nicht so sehr wahrnimmt, nicht so besonders sieht als erwartet. Also ist man weder im hier und jetzt aber auch nicht woanders.Man ist nur da, wie gelähmt, durch Entscheidungsängsten die uns solche fucking Sorgen bereiten, dass wir einfach stehen bleiben wollen damit man nicht noch an diesen durch erwachsen werdenden Problemen erstickt. Was für ein eigenartiges Leben man dadurch führt... Die Welt bietet uns so viele Möglichkeiten und man selbst kann sivor lauter Angst falsche Entscheidungen zu treffen gar nicht festlegen und versucht sich an die sorgenfreien Momente zu klammern, will aber andererseits so erwachsen sein um über Haus, Heirat und Kinder nachzudenken. Wir denken über weitere Ausbildungen und Studiengänge nach die man besuchen könnte um sich ein bisschen vor der Verantwortung zu drücken, um die Jugendzeit etwas zu verlängern in der Hoffnung sie irgendwann richtig genießen zu können und in dieser Zeit diese fucking Bedenken ablegen zu können. Keiner hatte ein Rezept um aus diesem Teufelskreis zu fliehen also versuchten wir durch noch mehr Alkohol und einer Menge Humor diese angstbereitenden Gedenken zu ertränken. Für einen Moment klappt das wohl, ist jedoch auch kein gesundes Allgemeinrezept um zum weiter gehen zu kommen.

17.3.13 14:06, kommentieren